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Schimmi is back!
Der rauhbeinige Kommisar ist wieder da.
„Du Idiot, hör auf mit der Scheiße" - Mit diesem Satz begann am 28. Juni 1981 die Schimanski-Reihe, 10 Jahre später sagte Schimanski im Drachenflieger über die Duisburger Kulisse fliegend dem Fernsehvolk Adieu - auf seine typische Art: „Scheiße". Und die FAZ atmet auf: "Fast zeitgleich mit der Sowjetunion hat uns in Horst Schimanski der letzte proletarische Held verlassen." Doch jetzt ist zumindest Schimanski wieder da, der Prolo-Kommissar aus dem Ruhrgebiet. Am 9. November wird die erste von drei neuen Folgen über den Bildschirm flimmern.
Während seine Kollegen lieber im Nadelzwirn zugekokste Industrieunternehmer besuchten, ermittelte Schimmi lieber in seiner Schmudeljacke und im typischen Arbeitermillieu des Ruhrpotts. Horst Schimanski wurde der Polizeiberuf auch nie in die Wiege gelegt: Während seiner Schweißerlehre wird er in einer Straßengang zum Automaten- und Autoknacker. Dabei trifft er auf Kommissar Karl Königsberg, den späteren Kriminaloberrat. Der griff ihn auf und schickte ihn zur Polizeischule. Das Unheil nahm seinen Lauf. So spaltete der neue Kommissar auch die Meinungen. Der echte Leiter der Duisburger Mordkommision hielt nicht viel von Schimmi: "Bei mir dürfte dieser Mann nicht mal Fahrrad-Diebstähle bearbeiten."; die NRZ foderte „den Prügel-Kommissar aus dem Programm" zu werfen, einzig die TAZ jubelte: „Solche Bullen braucht das Land". Damit Schimanski nicht zum Ruhrgebiet-Rambo mutierte, wurde ihm von seinem Chef Königsberg Christian Thanner (gespielt von Eberhard Feik) zur Seite gestellt. Der eher spießige Thanner bremste dann auch das ein oder andere mal Schimanskis Drang mit einem besänftigendem „Mensch, Horst!". Im wirklichen Leben der Schauspieler war es eher umgekehrt: Götz George ist nämlich privat eher der feine Pinkel, während Eberhard Feik früher DKP-Mitglied war. In zehn Jahren und 29 Filmen, davon zwei Kinoproduktionen, legte sich die Aufregung weitgehend. Duisburgs Oberbürgermeister Jupp Krings schrieb Schimanski zum Abschied versöhnlich: "Jetzt bleibt uns nur noch der MSV, aber der ist auch erstklassig, obwohl es niemand glaubte." Denn in den zehn Jahren wurde Schimanski langsam, aber sicher zur Kultfigur. Er war halt anders als die anderen TV-Kommissare und seine Fälle waren es auch. So wurden nicht nur Fälle wie Kinderhandel und -mißbrauch thematisiert, im Tatort „Der Pott" kämpfte Schimanski um eine gestohlene Streikkasse - das BKA steckte hinter der Aktion. Grundlage dieses Tatortes war ein Bricht im Spiegel, wonach eine Deeskalationseinheit des BKAs Unruhen (wie z.B. Streik) wirksam verhindern soll. Nach zehn Jahren Tatort war es dann aber allen zuviel. Die Drehbücher waren zwar witzig, aber flacht von der Story immer mehr ab und so entschloss man sich, Kommissar Schimanski in den Ruhrstand zu versetzten. Ein Hintertürchen blieb jedoch offen.
Der neue Schimi
Und dieses Hintertürchen wurde jetzt geöffnet. Vieles hat sich geändert. Schimanski hat sich nach seiner Suspendierung auf ein Hausboot in Lüttich zurückgezogen.. Er ist ein bißchen älter geworden, ein bißchen ruhiger und bedächtiger. Auch ein Wiedersehen mit Thanner, Hänschen (Chiem von Houwenige - der auch Drehbücher zu einigen sehr erfolgreichen Schimanski-Tatorten schrieb) oder Königsberg wird es nicht geben. Gerade das Duo Schimanski-Thanner trug viel dazu bei - und dieses Duo gibt es nicht mehr. In der ersten Folge „Die Schwadron" läßt Ilse Bonner, Oberstaatsanwältin in Düsseldorf, Schimmi zurückholen. Denn im Ruhrgebiet tobt ein blutiger Bandenkrieg. Auch Schimmis-Ex-Kollege Thanner wurde Opfer dieses Krieges. Seine Tochter hat den Mord gesehen und fürchtet sich nun selbst, auf der Todesliste zu stehen. Schimmi ermittelt inzwischen unter den ehemaligen Kollegen - Indizien weisen darauf hin, daß Thanner durch einen Mitarbeiter der Fahndungsabteilung in die tödliche Falle gelockt wurde. Dann läßt sich auch begutachten, ob der neue Schimanski immer noch den Kultstatus der alten Tatort-Serie besitzt und ob Schimanski immer noch der „68er Bulle, der nie zu Potte kommt" (Götz George) ist. Wir werden sehen.

